ONE PICTURE  // Videoprojektion auf DIN A 0 Plakat/ 2007 / 4:35

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Ein schwarz-weißer Fotodruck (A0) hängt im Ausstellungsraum. Darauf zu sehen ist ein unordentlicher Raum, eine geöffnete Balkontüre, vor der ein Mann sitzt und aus dem Fenster blickt. Eine Videoprojektion wirft handgeschriebene Texte auf den Druck, perspektivisch und spiegelverkehrt in die Glasscheibe der Türe eingepasst. Langsam blenden sich die Gedanken des Mannes ein und wieder aus, wodurch der Betrachter seine Geschichte erfährt.
Sein Leben ist stehen geblieben. Seine Frau hat ihn verlassen. Er hat Kinder, lebt getrennt von ihnen, er trinkt...Nichts ist in Ordnung. Er möchte seine Misere ändern, kann aber nichts tun, da er in seinem Standbild gefangen ist. In gewohnter Art und Weise entwickelt sich ein Narrationsstrang und wird dann gegen Ende vom Protagonisten selbst gekappt, indem er fest stellt, dass sein persönliches Schicksal den Rahmenbedingungen der Erzählung unterworfen ist. Er kann nicht handeln, "because there is only this one picture".
Maßgeblich für "One Picture" ist, dass es sich um ein Bild handelt, auf dem die Texte auftauchen. Der Protagonist thematisiert in seinen Ausführungen die Schnittstelle, an der sich Wirklichkeit und Fiktion berühren, um daraus eine Entschuldigung für seine Handlungsunfähigkeit zu konstruieren, in dem er sich selbst als Konstruktion entlarvt. Die Grenzen, die sich aus der speziellen Erzähltechnik ergeben, nur ein Bild zu verwenden, werden zur Metapher eines Raumes, in dem der Protagonist gefangen ist. Das Motiv doppelt sich literarisch und technisch.

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